AI-assisted Documentation

Warum KI gute Dokumentation unterstützt – aber nicht ersetzt

Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Inhalte entstehen. Auch in der technischen Dokumentation werden Texte automatisch erzeugt, zusammengefasst oder übersetzt. Die Erwartungen sind hoch: mehr Geschwindigkeit, weniger Aufwand, geringere Kosten.

In der Praxis zeigt sich jedoch schnell:
Ohne Struktur und klare Regeln verschärft KI bestehende Probleme – statt sie zu lösen.

AI-assisted Documentation setzt deshalb nicht auf Automatisierung um jeden Preis, sondern auf gezielte Unterstützung innerhalb klar definierter Dokumentationsprozesse.


Was AI-assisted Documentation bedeutet

AI-assisted Documentation beschreibt den unterstützenden Einsatz von KI entlang des Dokumentationsprozesses – von der Erstellung über die Pflege bis zur Wiederverwendung von Inhalten.

Im Mittelpunkt steht nicht die Frage „Was kann KI schreiben?“, sondern:

  • Wo kann KI Redakteure sinnvoll entlasten?
  • Wie bleibt fachliche Qualität gesichert?
  • Wie werden Konsistenz und Nachvollziehbarkeit gewährleistet?

KI ist dabei Werkzeug, nicht Autor.


Warum „KI schreibt die Doku“ kein tragfähiger Ansatz ist

Unkontrollierter KI-Einsatz führt schnell zu:

  • inhaltlichen Ungenauigkeiten
  • inkonsistenter Terminologie
  • fehlendem Kontextwissen
  • schwer überprüfbaren Texten

Gerade in technischer Dokumentation, Support- oder Compliance-relevanten Inhalten ist das ein hohes Risiko.

AI-assisted Documentation setzt deshalb auf Mensch-in-der-Schleife-Konzepte.


Sinnvolle Einsatzfelder von KI in der Dokumentation

Richtig eingebunden entfaltet KI echten Mehrwert, zum Beispiel bei:

Strukturierung & Aufbereitung

  • Gliederung von Rohinformationen
  • Ableitung von Inhaltsstrukturen
  • Zusammenfassung technischer Texte

Varianten & Wiederverwendung

  • Erstellung zielgruppenspezifischer Varianten
  • Kürzen oder Vereinfachen bestehender Inhalte
  • Ableitung von Quick-Start- oder FAQ-Formaten

Qualität & Konsistenz

  • Terminologie-Checks
  • Stil- und Regelkonformität
  • Unterstützung bei Reviews

Pflege & Aktualisierung

  • Identifikation veralteter Inhalte
  • Vorschläge zur Aktualisierung
  • Vergleich von Versionen

Die Rolle von Struktur und Standards

KI kann nur dann sinnvoll unterstützen, wenn:

  • Inhalte strukturiert vorliegen
  • Content-Typen klar definiert sind
  • Styleguides und Terminologie existieren
  • Prozesse für Freigabe und Review geregelt sind

Ohne diese Grundlagen wird KI zum Beschleuniger von Inkonsistenz.


Governance und Verantwortung

AI-assisted Documentation erfordert klare Regeln:

  • Welche Inhalte dürfen mit KI erstellt werden?
  • Wo ist menschliche Freigabe verpflichtend?
  • Wie werden Quellen und Änderungen dokumentiert?
  • Welche Daten dürfen genutzt werden?

Governance sorgt dafür, dass Effizienz nicht auf Kosten von Qualität und Vertrauen geht.


Integration in bestehende Dokumentationsprozesse

Der größte Nutzen entsteht, wenn KI:

  • in bestehende Authoring-Tools integriert ist
  • Teil definierter Workflows wird
  • Redakteure gezielt unterstützt
  • nicht als paralleler Schattenprozess läuft

So bleibt Dokumentation steuerbar und anschlussfähig.


AI-assisted Documentation als Teil der Knowledge Architecture

AI-assisted Documentation wirkt nicht isoliert.
Sie entfaltet ihren Mehrwert erst im Zusammenspiel mit:

  • Technical Documentation Design
  • Knowledge Base Strategy
  • Content Operations & Governance

Erst dann entsteht ein skalierbares, belastbares Wissenssystem.


Fazit

KI macht Dokumentation nicht automatisch besser.
Richtig eingesetzt entlastet sie Redakteure, erhöht Konsistenz und beschleunigt Pflege – ohne fachliche Verantwortung abzugeben.

AI-assisted Documentation ist kein Ersatz für Expertise, sondern ein Werkzeug für bessere Dokumentationsarbeit.